Was bisher geschah

27.11.2021

Märchen mit allen Sinnen - des Zyklus dritter Teil

Das Geschehen unter oder in der Erde ist sehr oft ein Prozess der Reifung, der Entwicklung, die Erde versorgt uns mit Nahrung und bringt die Wälder hervor. Nicht zuletzt zeigt sich ihre Bedeutung in der Gestalt der Erdgöttin, die schon in vorchristlicher Zeit Schutz und Hilfe bot. Sie ist so wichtig, dass sie vom Christentum bisweilen in die Gestalt der Maria projiziert wurde, weil die Menschen sich ihre Göttin nicht nehmen lassen wollten. 

Wie immer hatte sich Griseldis intensiv vorbereitet auf diesen Abend, bei dem sich alle Märchen ums Thema Erde drehen sollten. Ihre Erläuterungen klingen „erdenschwer“, aber es gab auch viel Gelegenheit zum Schmunzeln und Lachen – wenn zum Beispiel die Erzählerin für einen Moment in die Haut der temporeichen Gazelle schlüpfte oder als verschmitztes Schildkrötlein, ein kleines Lied auf den Lippen, den Namen des Zauberbaumes durch die Savanne, durch die Steppe zuverlässig zu den wartenden Tieren des Waldes trug … 

Auch diesmal passte sich der Koch dem Thema an: Es gab Wintersuppe aus Wurzelgemüsen und würzigen Kräuterquark mit … natürlich … Erdäpfeln.

Griseldis
Griseldis Märchen zum Thema Erde
Besucher bei der Märchenerzählerin Griseldis
Weihnachtliche Beleuchtung
Deko zur Weihnachtszeit
Tannenduft
Märchenhafte Beleuchtung
Weihnachtliche Lichter
26.09.2021

Wahlparty

Und wieder war die Berliner Prominenz zu Gast in Unkel - wenn auch nur via Bildschirm. Viele hatten der Idee etwas abgewinnen können, den Ausgang des Wahldramas gemeinsam zu verfolgen. Für ein paar Stunden wurde die Villa zum Marktplatz der Prognosen und Prophezeiungen - inklusive Wahltoto. Die präzisesten Tipps wurden mit Wein aus der Region belohnt.

Villa Weingärtner, Wahlparty 2021
Gebanntes Verfolgen der Wahlsendungen
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11.09.2021

Goethe, Twain & Co

Nach Unkel reisen, um in Bonn spazieren zu gehen? Den Gästen der Villa Weingärtner schien das alles andere als absurd, zumal der laue Spätsommerabend ideal geeignet war, um einige schöne Stunden im Innenhof zu verbringen. Lariassa Lae und Rainer Selmann nahmen uns mit auf einen literarisch-historischen Spaziergang durch die traditionsreiche Universitätsstadt am Rhein. Dazu servierte Tom Weingärtner kulinarische Kleinigkeiten, die Alexandre Dumas das Grausen lehrten, den deutschen Gästen aber ausgezeichnet mundeten. In der Pause weckte Laes selbst kreierte Schmuck-Kollektion viel Interesse. 

Wir erfuhren, wo Pirandello schlief, Goethe nasse Füße bekam, Schmidtbonn in den Brunnen fiel und Johanna zu ihrem Kinkel kam. Schauten mit Mark Twain amüsiert einem Fußballspiel vor dem Arndthaus zu. Hörten eine Nationalhymne aus Liebeskummer. 

Die erstaunlich intensive Abendsonne ließ die Kontraste auf der Leinwand gelegentlich verblassen, doch das tat dem amüsant-anekdotischen Vortrag mit Ausschnitten aus den Werken von Autoren, die Bonn besuchten, sich mit Bonn befassten oder von dort stammten keinerlei Abbruch.

Villa Weingärtner, Goethe, Twain und Co.
Literarischer Spaziergang durch Bonn
Goethe, Twain und Co.
Lariassa Lae und Rainer Selmann
Rainer Selmann
Rainer Selmann
Lariassa Lae
Lariassa Lae
Daniela Weingärtner dankt den Vortragenden
Tom Weingärtner serviert das Essen
Tom Weingärtner, der Küchenchef
Die Gäste lauschen dem literarischen Spaziergang durch Bonn
Kreatives Stricken
Keramische Schmuckskulpturen mit 24 Karat reinem Gold
04.09.2021

Märchen mit allen Sinnen – des Zyklus zweiter Teil

„Ach so schön, dass niemand weiß …“ Doch tatsächlich weiß jedes Kind, wie der Gnom heißt, der da ums Feuer tanzt. Nach der Premiere, die im Juni dem „Wasser“ gewidmet war, wandte sich Griseldis dieses Mal dem Feuer zu. Es ist ebenso ambivalent - kann als Zeichen von Wärme und Hoffnung, aber auch als Element der Zerstörung begriffen werden und spielt in zahlreichen Märchen, die Griseldis für uns aufgespürt hat, eine zentrale Rolle. 

Je nachdem wo man lebt und was man auf die Speisekarte setzt, kann man ohne Feuer auskommen – in der Villa Weingärtner aber gab es dieses Mal natürlich Gemüse und Würstchen vom Grill, und im Hof loderten die Feuerkörbe. 

Mit dem Feuer haben die Menschen Licht und Wärme zu sich geholt und zugleich eine tödliche Gefahr heraufbeschworen. Entsprechend bedrohlich sind oft die Märchen, die sich mit diesem Element befassen, wie Griseldis in ihren Erzählungen eindrucksvoll zeigte. Sie sind kein Kinderprogramm – oder würden Sie einer Siebenjährigen einen Tatort zeigen, der von Kindesentführung erzählt, in dem Väter ihre Töchter reichen Männern anbieten und Männer sich Frauen holen, um sich von ihnen das Geld heranschaffen zu lassen? Das sind Themen für Erwachsene - und das Publikum hing auch dieses Mal an Griseldis‘ Lippen. 

Viele Stammgäste meldeten sich gleich an für den 27. November, wenn wieder Märchenzeit ist in der Villa Weingärtner. Dann wird sich alles ums dritte Element drehen, die Erde, und wieder wird Tom Weingärtner dazu passende Speisen zusammenstellen.

Villa Weingärtner, Griseldis erzählt Märchen
Begnadete Märchenerzählerin
Villa Weingärtner, Griseldis Märchen
Griseldis mit Märchen zum Thema Feuer
Griseldis Märchenerzählerin
Griseldis erzählt Märchen
Griseldis ganz in ihrem Element als Märchenerzählerin
Villa Weingärtner, Griseldis Märchen
Griseldis mit Märchen zum Thema Feuer
01.09.2021

Erster Europäischer Salon

Als die Idee entstand, in der Villa Weingärtner einen „Europäischen Salon“ aufzulegen, war nicht zu ahnen, dass gleich das erste Thema so tagespolitisch brisant sein würde. Zur Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik tauschten sich im bis zum letzten Platz gefüllten Saal zwei erfahrene Praktiker aus: Wilhelm Schönfelder, der von 1999 bis 2007 Ständiger Vertreter bei der EU in Brüssel war, und Eberhard Pohl, zuletzt Ständiger Vertreter der Bundesrepublik bei der OSZE in Wien. 

Beide rangen mit der Frage, wie sich Europa künftig unabhängiger von amerikanischen außenpolitischen Alleingängen machen könnte – über das gleiche Problem zerbrechen sich auf EU-Ebene auch die zuständigen Minister die Köpfe. 

Eberhard Pohl glaubt nicht, dass die Entscheidungsstrukturen in der EU schnell umgebaut werden können. „Europa würde in Gremien länger als eine Woche beraten, würde ich vorhersagen. Und es fehlen die Fähigkeiten. Ich glaube, wir können das nicht.“ Schönfelder stimmte zu. „Ohne logistische Hilfe der Amerikaner würde sich die Bundeswehr im Westerwald verlaufen.“ Doch er mahnte, dass die europäische Verteidigungsbereitschaft angesichts der neuen weltpolitischen Konstellation stärker werden müsse. 

Nach dem Ende der Veranstaltung redeten sich die aus Brüssel, Bonn und der näheren Umgebung angereisten Gäste noch lange im Innenhof der Villa die Köpfe heiß.

Villa Weingärtner
Europäischer Salon
Eberhard Pohl und Wilhelm Schönfelder diskutieren europäische Themen
Europäischer Salon
Wilhelm Schönfelder
Europäischer Salon
Europäischer Salon
Europäischer Salon
Daniela Weingärtner beim europäischen Salon in der Villa Weingärtner
Europäischer Salon
Europäischer Salon
Lebhafte Diskussion nach dem ersten Europäischen Salon in Unkel
31.07.21

Erotisches in der Villa Weingärtner

Was im Spiel der Geschlechter als erotisch empfunden wird, hängt von vielen Faktoren ab: Von den Tabus der jeweiligen Epoche, den Vorlieben der individuellen Person, von der Stimmung eines Augenblicks ... Deshalb war die von der bildenden Künstlerin und Schauspielerin Larissa Lae geborene Idee, erotische Texte von den biblischen Anfängen bis in die Neuzeit einem modernen Publikum zu präsentieren, ein gewagtes Experiment. 

Das Ergebnis, das in der Villa Weingärtner vor ausverkauftem Haus Premiere feierte, kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Gemeinsam mit der Gastgeberin Daniela Weingärtner hatte Lae die Texte in vielstündigen Sitzungen ausgewählt, Tom Weingärtner komponierte wie immer die kulinarische Begleitung. Passend zum Thema war der Pausenteller dieses Mal beladen mit Salaten, deren Zutaten aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, wie zum Beispiel Zimt, Granatapfel, Sellerie, Schokolade und Chili. 

Als ebenso gehaltvoll erwies sich der literarische Stoff. Bereitwillig ließen sich die Zuhörer auf eine Reise durch die Jahrhunderte mitnehmen und richteten gemeinsam mit der Interpretin den Blick der Männer auf die Frauen – und umgekehrt. 

Die bunte Mischung, die sich aus der Zusammenarbeit zweier Frauen unterschiedlicher Generationen für dieses Programm ergab, war teils humoristisch, oft romantisch, manchmal drastisch – aber stets kurzweilig, dank des großen Variationsreichtums im Ausdruck der 45jährigen Interpretin Lae.

Larissa Lae in der Villa Weingärtner
Larissa Lae in der Villa Weingärtner
Larissa Lae
Erotisches in der Villa Weingärtner
Daniela Weingärtner
Gemütlicher Abschluss
Gespräche in der Villa Weingärtner
"Erotische" Speisen
Tom Weingärtner hat das Essen zubereitet
Freundliche Bedienung
Larissa Lae
Die Gastgeber in der Villa Weingärtner
Figuren in der Villa Weingärtner
Figuren in der Villa Weingärtner
Deko im Garten der Villa Wenigärtner
 Blick in den Innenhof der Villa Weingärtner
26. und 27.06.2021

Märchen mit allen Sinnen

Mit dem Thema „Wasser“ begann Griseldis ihren neuen Zyklus, der Anfang September (s. Veranstaltungshinweise) mit dem „Feuer“ fortgesetzt wird. Nach der langen Zwangspause war der Nachholbedarf so groß, dass zwei Abende angesetzt werden konnten – beide waren ausverkauft! 

Schon im vergangenen Jahr hatte Griseldis die vier Elemente in der Märchenwelt aufspüren und ihre Gäste in andere Welten entführen wollen - die Pandemie kam dazwischen. Im Juni konnte der Reigen endlich beginnen: In den Erzählungen begegnet uns das Wasser in vielfältigster Form, als Quelle, See, Fluss, Ozean, Teich oder Brunnen. Aber auch als Sinnbild für Heilung, Bedrohung, Lebensrettung, Untergang und erfrischende Labung. 

Zum Thema passend wurden in den Pausen Speisen serviert, die einen Bezug zum Wasser haben – zunächst eine Suppe, die aber alles andere als wässrig war, dann eine Fischterrine mit frischem Lachs und Kabeljau vom Brüsseler Großmarkt. 

Am zweiten Abend ließ uns der Wettergott spüren, dass auch er beim Thema Wasser ein Wörtchen mitzureden hat. Pünktlich zu Programmbeginn öffneten sich die Schleusen, die Dekoration aus Blumensäulen und fließenden Tüchern wurde unter Wasser gesetzt - und die Veranstaltung fand bei unverändert guter Stimmung im Saale statt.

Villa Weingärtner
Einlass zur Veranstaltung mit der Märchenerzählerin Griseldis
Griseldis
Griseldis, die Märchenerzählerin
Griseldis erzählt das Märchen zum Thema Wasser
Griseldis Märchenerzählerin
Guzte Stimmung auf der Terrasse Villa Wenigärtner
Im Innenhof der Villa Weingaertner
Deko im Garten der Villa Wenigärtner
Die Gastgeberin unterhält sich mit den Gästen
Es gongt zum Essenfassen
Der Koch
Fischterrine passend zum Thema Wasser
Die Gastgeber in der Villa Weingärtner
Griseldis verbeugt sich vor Ihrem Publikum
Erfolgreicher Abschluss der Veranstaltung mit Griseldis
17. Juli 2020

Absurde Poesie in verrückten Zeiten 

Was hätte wohl Hans Gustav Bötticher alias Joachim Ringelnatz zur „neuen Normalität“ in Coronazeiten zu sagen gehabt? Larissa Lae und Rainer Selmann brachten uns auf der Terrasse der Villa den Meister des gehobenen Blödsinns näher – und ernteten dafür Lacher und Applaus. Der Alltagsphilosoph, Kabarettist und Maler war eine bekannte Größe im Berlin der Weimarer Republik. Bis heute kennt man aus seiner der Unsinnspoesie gewidmeten Phase den „Bumerang“, der nicht zurückkehrt und die „Ameisen“, die nach Australien reisen wollten und in Altona strandeten. Doch auch auf seine romantische oder seine nachdenkliche Periode lohnt ein Blick, wie die Zuschauer an diesem mit leichter Hand hingetuschten Sommerabend erleben durften.

Begrüßung zur Joachim Ringelnatz-Lesung
Begrüßung Joachim Ringelnatz-Lesung
Joachim Ringelnatz-Lesung
Larissa Lae und Rainer Selmann
Ringelnatz-Lesung Larissa Lae und Rainer Selmann
Zuhörer bei der Joachim Ringelnatz-Lesung
Besucher der Joachim Ringelnatz-Lesung
Joachim Ringelnatz-Lesung im Innnenhof der Villa Weingärtner
Gäste bei der Lesung in der Villa Weingärtner
Die Vortragenden Larissa Lae und Rainer Selmann
12.06. und 13.06. 2020

Ein Sommerabend mit Griseldis

Ein geheimnisvoller Schleier, ein Mundschutz in Corona-Zeiten – der Unterschied ist gar nicht so groß. Schon deshalb war es eine gute Idee, mit den orientalischen Erzählungen aus tausendundeiner Nacht und mit Griseldis in die „neue Normalität“ einzusteigen. Wegen der Abstandsregeln wurde das Programm auf zwei Abende verteilt – manchem Gast, der sich nach drei Monaten Zwangspause erst wieder an die Menschen gewöhnen musste, mag das gar nicht schlecht behagt haben. Auch der Rhythmus passte, denn auf einem Dorfplatz hat man Zeit, die Geschichten in Ruhe zu Ende zu erzählen. Zeit hat wohl für die meisten von uns in den vergangenen Wochen neue Bedeutung gewonnen.
Giseldis gelang es auch dieses Mal, ihre Zuhörer auf eine phantastische Reise mitzunehmen. Sie dankten es mit langem Applaus und wurden mit einer Zugabe belohnt, die es in sich hatte. Scheherazade konnte einst mit ihren Geschichten den grausamen Sultan besänftigen - in der von Maggy Ziegler bearbeiteten Fassung verstehen wir noch heute, wie das möglich war.

Griseldis bereitet sich vor
Der Innenhof wartet schon auf seine Gäste 
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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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16. Februar 2020

Des Zyklus zweiter Teil: Die Villa Weingärtner wird närrisch

Wenn heiße Sambarhythmen pulsieren, wenn "Die kleine Hexe" dem Geheimrat Goethe beim "Römischen Spaziergang" die Kunst der Verwandlung näher bringt und Feridun Zaimoglu beim ersten Bützje Schiffbruch erleidet, dann ist sie da: Die Fünfte Jahreszeit oder, um es mit dem Dichter Wolfgang Müller von Königswinter zu sagen: Die lust‘ge, lust‘ge Fastnachtszeit!
Leider mussten einige unserer treuesten Fans krankheitsbedingt zuhause bleiben, andere schrieben fröhliche Mails aus dem sonnigen Süden. Joanne Unkel (Oboe) konnte wegen einer Erkältung nicht auftreten. Doch viele trotzten dem stürmischen Wetter in bunter närrischer Montur und bereicherten die Villa um zahlreiche Farbtupfer. Marc Unkel am Piano und Larissa Lae am Mikrofon schafften es mit einer Mischung aus klassischen und volkstümlichen Texten und Tönen, den dann doch gut gefüllten Saal prächtig zu unterhalten.
In der Pause wurden bei Champagner und Häppchen Bekanntschaften aufgefrischt, Kostüme bewundert, aber auch heftig über die Frage debattiert, ob die Literatur Schaden nimmt, wenn Ottfried Preußler die „Negerlein“ und „Eskimofrauen“aus dem Fastnachtskapitel der „Kleinen Hexe“ verbannt und die Türken in Cowboys verwandelt.
„Mer losse d‘r Dom en Schüüre, denn do jehöt hä hin!“, schmetterten am Ende auch die Bad Honnefer und Bonner Gäste munter mit, vielleicht ohne zu ahnen, dass es in dem ursprünglich auf den Kölner Dom gemünzten Lied in unserer Variante um die kleine Kapelle in der Ortsmitte geht – eben um unseren „Scheurener Dom“.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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8. Dezember 2019

Weihnachtlicher Start für unseren Zyklus „Fünf Jahreszeiten“

Die Idee hatte Marc Unkel. Gemeinsam mit seiner Frau Joanne hatte er bei Reinhard Piechockis Brahmslesung für den musikalischen Rahmen gesorgt und sich in unserem Haus sehr wohlgefühlt. Warum also nicht dieses gelungene Konzept fortschreiben und - passend zu den Jahreszeiten – Literatur und Musik gemeinsam auf die Bühne bringen?
Der winterliche erste Teil widmete sich am Nachmittag des zweiten Advent nordischen Themen. Die erfahrene Geschichtenerzählerin Griseldis (alias Maggy Ziegler aus Bad Hönningen) berichtete Unerhörtes von König Arthus‘ Tafelrunde, entführte uns in die Anderswelt und ging mit uns im isländischen und russischen Kulturkreis auf Entdeckungsreise – umspielt und umrahmt von Joanne Unkel (Oboe, Englischhorn) und Mark Unkel (Klavier). Sie brachten ein „Irisches Lied“ von Hamilton Hardy, den 1. Satz des „Händel-Concertos“ und eine „Nocturne“ von Mark Unkel zu Gehör. In der Pause plauderten die Gäste bei einem Glas Wein am Feuerkorb und kosteten Würstchen vom Brücknerhof in Dattenberg.
Die Villa Weingärtner steht im Rheinland. Da ist es nur logisch, dass sich unsere nächste Veranstaltung in dieser Reihe mit der „fünften“ Jahreszeit beschäftigen wird, einer Anderszeit der rheinischen Art.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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28. und 29. November 2019

Balladenabend mit Wolfgang Ruland

Wahrlich: Da wallte es und siedete und rauschte und zischte!
Lautmalerisch, klar artikulierend, hoch konzentriert und textsicher präsentierte der passionierte Freizeithistoriker und Schauspieler Wolfgang Ruland an zwei Abenden in unserem Haus große Balladen der Weltliteratur. Schon bei seinem ersten Besuch in der Villa Weingärtner sei ihm klar gewesen: In diesem Ambiente will ich mein Programm präsentieren! Mit kurzweiligen Einführungen steuerte Ruland einiges zum Hintergrund der Autoren und der Entstehungsgeschichte der Werke bei.
Der eine oder die andere im Publikum sprach leise mit, gehörte doch einiges im Repertoire zum klassischen Kanon von Goethe und Schiller und weckte damit bei vielen Zuhörenden Erinnerungen an den Deutschunterricht. Aber auch weniger bekannte Werke von Clemens Brentano, Heinrich Heine, Theodor Fontane und Erich Kästner waren zu entdecken – und hautnah zu erfahren.
Seine schauspielerischen und theatralischen Mittel setzt Ruland so packend ein, dass ihm die volle Aufmerksamkeit seines Publikums gewiss ist und die auftretenden Charaktere lebendig werden – sei es nun Goethes übermütiger Zauberlehrling oder Schillers rachsüchtiger Tyrann.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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8. November 2019

Umgangsformen – brauchen wir die überhaupt noch?

Diese Frage beantwortete unser Gast, Ex-Diplomat und Buchautor Wolfgang Schultheiß mit einem eindeutigen Ja. Die Gäste folgten seinen teils nachdenklichen, teils amüsanten Ausführungen mit großem Interesse – und kauften hinterher gern sein Buch, das gut als Nachschlagewerk für alle Lebenslagen zu gebrauchen ist. Die Gäste der Villa Weingärtner kennen sich zwar in Fragen der Etikette recht gut aus, doch sehen viele bei ihren Enkeln noch Nachholbedarf und legen sich den Band als passendes Präsent für Weihnachten, die Abifeier oder den ersten Job beiseite.
Denn spätestens beim ersten Bewerbungsgespräch wird die Frage akut: Was ziehe ich an, wie trete ich auf, um einen möglichst günstigen Eindruck zu hinterlassen? Aber auch das normale Zusammenleben wird durch Umgangsformen angenehmer, glaubt Schultheiß, der als Diplomat 36 Berufsjahre lang täglich mit Fragen von Protokoll und Etikette zu tun hatte.
Sein Buch zum Thema kam im Frühjahr heraus, und die Resonanz, die es fand, überraschte ihn selber. Häufig werde bezweifelt, dass sich heute noch jemand für das Thema Etikette interessiere. Das Wort stammt übrigens vom Hofe des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV., wo das Zeremoniell auf einem an der Kleidung befestigten Zettel, einem Etikett, genau beschrieben war. „Und dann reden genau diese Zweifler den ganzen Abend mit mir über nichts anderes“.
Auf knapp 300 Seiten findet der Leser Antworten auf praktische, abwegige und auch kuriose Fragen. Krawatte im Büro? „Folgen Sie dem, was an Ihrem Arbeitsplatz üblich ist“, lautet der pragmatische Rat. „Und wenn Sie schon eine Krawatte tragen, lassen Sie den Knoten nicht auf Halbmast hängen. Die Spitze liegt in der Mitte der Gürtelschnalle.“ Auch andere Fragen der Kleiderordnung (langes Abendkleid oder kleines Schwarzes?) werden ausführlich behandelt.
Mit welchen Kleidungsstücken Verdienstorden zu kombinieren sind, interessierte einige Gäste der Villa Weingärtner ganz außerordentlich. Für die Herren gilt: Nur zum Frack und eigentlich auch nur dann, wenn es in der Einladung erwähnt wurde. „Als einziger in voller Ordenspracht aufzutreten, ist noch peinlicher, als inmitten ordensgeschmückter Gäste ohne Orden dazustehen“, rät Schultheiß, der Pragmatismus mehr schätzt als die reine Lehre. Damit dürfte sein Buch sogar für Panikrocker Udo Lindenberg lesenswert sein, der ja Anfang Oktober das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam.
Wer sich für die Geschichte der Umgangsformen interessiert (der Herr geht links von der Dame, weil er dann den Degen ziehen kann, ohne sich in ihren Röcken zu verfangen) wird bei Schultheiß ebenso fündig wie jemand, der ein Bewerbungsschreiben auf Englisch verfassen muss und mit der korrekten Anrede ringt. Ein Anhang mit Formulierungsvorschlägen und einem Benimmtest, sowie ein ausführliches Register machen das Buch zusätzlich zu einem nützlichen Nachschlagewerk.

Auch in der Veranstaltungspause ging den Gästen der Gesprächsstoff nicht aus. Gerade auf europäischem Parkett, wo Gastgeberin Daniela Weingärtner als Journalistin zwei Jahrzehnte lang unterwegs war, sind Etikettefragen oft heikel. Während zum Beispiel unter Brüsselern ein einziger Wangenkuss üblich ist, legen Pariser Wert auf deren zwei. Deutsche hingegen ziehen je nach Bekanntheitsgrad ein Kopfnicken oder eine Umarmung vor.

Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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Lesung Wolfgang Schultheiß
Umgangsformen: Protokoll und Etikette.
Bewirtung im Anschluss
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vorweihnachtliche Stimmung
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Angeregte Gespräche
Guten Appetit!
17. August 2019

Johannes, Clara und die anderen Frauen – Lesung mit Musik in der Villa Weingärtner ausverkauft

Drei berühmte Musiker, deren Beziehungsdreieck bis heute Rätsel aufgibt: In der Villa Weingärtner in Unkel stellte Reinhard Piechocki sein neues Buch vor, das die Lebensfreundschaft zwischen Clara Schumann, Johannes Brahms und Robert Schumann aus neuem Blickwinkel beleuchtet. Die Drei sind hier in der Gegend keine Unbekannten. Auf der anderen Rheinseite im Festsaal des Bahnhofs Rolandseck feierte das Ehepaar Schumann musikalische Triumphe. Und Johannes Brahms besuchte im Mai 1896, von Claras Beerdigung kommend, Schloss Hagerhof in Bad Honnef. Noch heute erinnert das jährliche Brahms-Fest an dieses Ereignis.

Wie hat sich die innige, aber auch spannungsreiche Verbindung der drei in ihren musikalischen Werken niedergeschlagen? Wie hat Clara Schumann darauf reagiert, dass ihr engster Vertrauter Johannes Brahms sich im Lauf seines Lebens immer wieder für andere junge Musikerinnen begeistern konnte, zuletzt sogar für Claras eigene Tochter? Kenntnisreich, mit zahlreichen Anekdoten und humorvollen Episoden gewürzt, gab der Autor Antwort auf diese Fragen und Einblicke in sein neues Buch.

Mehr als 120 Jahre nach dem Tod der drei Musiker fasziniert ihr Schicksal die Nachwelt noch immer. Der Vortragsraum der Villa Weingärtner in Unkel-Scheuren war am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Das Ende des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtete Gebäude bildete auch für das musikalische Begleitprogramm den perfekten Rahmen. Joanne Walter (Oboe) und Marc Unkel (Klavier) demonstrierten eindrucksvoll, welche musikalischen Früchte die Lebensfreundschaft von Clara, Robert und Johannes getragen hat. In der Pause gab es, wie immer bei den Veranstaltungen in der Villa Weingärtner, bei kleinen Spezereien und Wein Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor und den Musikern.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
Swing Tea Dance Unkel
Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
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4. August 2019

Swing-Tea-Dance mit Kaffee und Keksen

Dank Sonnensegel sind wir nun für alle Wetterlagen gerüstet. So langsam spricht es sich herum, dass man in Unkel an jedem ersten Sonntag im Monat bei Vogelgezwitscher, Eistee und Kaffee Gleichgesinnte treffen, Shag, Lindy Hop und andere Tänze der flotten Zwanziger ausprobieren und Neuigkeiten aus der Szene austauschen kann.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
30. Juni 2019

Swing-Dance-Kurs, Lindy Hop

Wenn das so weitergeht … dann brauchen wir bald ein Sonnen/Regensegel, um unsere Tanzkapazitäten im Freien zu erweitern! Acht Paare machten sich am 30. Juni zum zweiten Swing Tea-Dance auf den Weg nach Unkel – einige besonders Sportliche kamen sogar per E-Bike aus Düren angeradelt! Zugegeben: Bei den glühenden Temperaturen wurde viel Zeit im Schatten beim Eistee verbracht, aber die eine oder andere kesse Sohle landete dann doch auf unserem Parkett.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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25. Mai 2019

Schnupperkurs im Lindy Hop, dem Modetanz der 20er Jahre

Aller Anfang ist schwer ... Das gilt für die ersten Schritte beim Lindy Hop, aber auch, wenn es darum geht, eine neue Tanz-Location mit Leben zu füllen. Ein paar Mutige machten sich doch auf den Weg nach Unkel. Ihr Fazit: Wo sonst kann man zu Vogelgezwitscher unter blühenden Bäumen sein Können ausprobieren? Und wenn es mal regnet, gibt es drinnen sogar richtiges Parkett ...

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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24. Mai 2019

Wilhelm Bleek und Karl Baedeker zu Gast in der Villa Weingärtner.

Der Autor und sein Publikum fanden großen Gefallen aneinander. Vor vollem Haus stellte Wilhelm Bleek sein neues Buch vor: „Vormärz. Deutschlands Aufbruch in die Moderne 1815 -1848.“ Im Zentrum der Lesung stand das Kapitel über Karl Baedecker, den Koblenzer Verleger und Autor zahlreicher Reiseführer. Ein Baedecker-Kenner hatte sich eingefunden und lieferte impromptu ein unterhaltsames Co-Referat zum Thema. Anschließend gab‘s beim neuen Weißburgunder aus dem Weingut Krupp in Bruchhausen Gelegenheit, die Materie zu vertiefen – wozu auch die Mitglieder des Unkeler Geschichtsvereins einiges beizutragen hatten. Immerhin hatte Unkel einst den leidenschaftlichen Forscher und Reisenden Alexander von Humboldt zu Gast – über dessen Untersuchung der „Unkelsteine“ legt ein Heft des „Geschichtsboten“ Zeugnis ab.

Wilhelm Bleek
Wilhelm Bleek / Karl Baedeker
Wilhelm Bleek
Wilhelm Bleek / Karl Baedeker
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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4. und 5. Mai 2019

Wir beteiligten uns am Tag des Offenen Ateliers in Unkel und beherbergten den Künstler Hilmar Alexander Röner aus Rheinbreitbach in unserem Veranstaltungssaal.

Kein Wetter für „Rhein in Flammen“, aber gut geeignet für eine Ateliervisite! Zwar wurden die Rekordbesucherzahlen vom Vorjahr beim 5. Wochenende der „Offenen Ateliers“ in Unkel und Scheuren nicht erreicht, aber die meisten Künstler waren doch recht zufrieden mit dem Interesse an ihrer Arbeit. Hilmar Alexander Röner saß in der „Villa Weingärtner“ im Warmen und erläuterte den Kunstinteressierten seine ausgefeilten Produktionstechniken. „Es ist immer gut, auch in der eigenen Region Präsenz zu zeigen“, so der im Nachbarort Rheinbreitbach beheimatete Künstler. Dort finden auch zwei Mal wöchentlich seine Malkurse statt (Infos unter http://www.hilmar-alexander-roener.de/)
Einige Besucher brachten in die Ausstellungsräume ihre ganz eigenen Erinnerungen mit. Röners Mutter zum Beispiel, die als junges Mädchen nach dem Krieg in diesem Haus die Milch ausgeliefert hat.

Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
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Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner

Im kleinen Seminarraum lud die Atemtherapeutin Almut Behrens zur „Atempause“ ein.

Am 4. Mai von 15.00 bis 15.30, sowie am 5. Mai von 15.00 bis 15.30 und von 17.00 bis 17.30 zeigte sie interessierten Teilnehmern, wie man in der kleinen Pause zwischendurch ohne großen Aufwand körperlich und seelisch entspannen und Energie tanken kann.