Was bisher geschah

16. Februar 2020

Des Zyklus zweiter Teil: Die Villa Weingärtner wird närrisch

Wenn heiße Sambarhythmen pulsieren, wenn "Die kleine Hexe" dem Geheimrat Goethe beim "Römischen Spaziergang" die Kunst der Verwandlung näher bringt und Feridun Zaimoglu beim ersten Bützje Schiffbruch erleidet, dann ist sie da: Die Fünfte Jahreszeit oder, um es mit dem Dichter Wolfgang Müller von Königswinter zu sagen: Die lust‘ge, lust‘ge Fastnachtszeit!
Leider mussten einige unserer treuesten Fans krankheitsbedingt zuhause bleiben, andere schrieben fröhliche Mails aus dem sonnigen Süden. Joanne Unkel (Oboe) konnte wegen einer Erkältung nicht auftreten. Doch viele trotzten dem stürmischen Wetter in bunter närrischer Montur und bereicherten die Villa um zahlreiche Farbtupfer. Marc Unkel am Piano und Larissa Lae am Mikrofon schafften es mit einer Mischung aus klassischen und volkstümlichen Texten und Tönen, den dann doch gut gefüllten Saal prächtig zu unterhalten.
In der Pause wurden bei Champagner und Häppchen Bekanntschaften aufgefrischt, Kostüme bewundert, aber auch heftig über die Frage debattiert, ob die Literatur Schaden nimmt, wenn Ottfried Preußler die „Negerlein“ und „Eskimofrauen“aus dem Fastnachtskapitel der „Kleinen Hexe“ verbannt und die Türken in Cowboys verwandelt.
„Mer losse d‘r Dom en Schüüre, denn do jehöt hä hin!“, schmetterten am Ende auch die Bad Honnefer und Bonner Gäste munter mit, vielleicht ohne zu ahnen, dass es in dem ursprünglich auf den Kölner Dom gemünzten Lied in unserer Variante um die kleine Kapelle in der Ortsmitte geht – eben um unseren „Scheurener Dom“.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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8. Dezember 2019

Weihnachtlicher Start für unseren Zyklus „Fünf Jahreszeiten“

Die Idee hatte Marc Unkel. Gemeinsam mit seiner Frau Joanne hatte er bei Reinhard Piechockis Brahmslesung für den musikalischen Rahmen gesorgt und sich in unserem Haus sehr wohlgefühlt. Warum also nicht dieses gelungene Konzept fortschreiben und - passend zu den Jahreszeiten – Literatur und Musik gemeinsam auf die Bühne bringen?
Der winterliche erste Teil widmete sich am Nachmittag des zweiten Advent nordischen Themen. Die erfahrene Geschichtenerzählerin Griseldis (alias Maggy Ziegler aus Bad Hönningen) berichtete Unerhörtes von König Arthus‘ Tafelrunde, entführte uns in die Anderswelt und ging mit uns im isländischen und russischen Kulturkreis auf Entdeckungsreise – umspielt und umrahmt von Joanne Unkel (Oboe, Englischhorn) und Mark Unkel (Klavier). Sie brachten ein „Irisches Lied“ von Hamilton Hardy, den 1. Satz des „Händel-Concertos“ und eine „Nocturne“ von Mark Unkel zu Gehör. In der Pause plauderten die Gäste bei einem Glas Wein am Feuerkorb und kosteten Würstchen vom Brücknerhof in Dattenberg.
Die Villa Weingärtner steht im Rheinland. Da ist es nur logisch, dass sich unsere nächste Veranstaltung in dieser Reihe mit der „fünften“ Jahreszeit beschäftigen wird, einer Anderszeit der rheinischen Art.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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28. und 29. November 2019

Balladenabend mit Wolfgang Ruland

Wahrlich: Da wallte es und siedete und rauschte und zischte!
Lautmalerisch, klar artikulierend, hoch konzentriert und textsicher präsentierte der passionierte Freizeithistoriker und Schauspieler Wolfgang Ruland an zwei Abenden in unserem Haus große Balladen der Weltliteratur. Schon bei seinem ersten Besuch in der Villa Weingärtner sei ihm klar gewesen: In diesem Ambiente will ich mein Programm präsentieren! Mit kurzweiligen Einführungen steuerte Ruland einiges zum Hintergrund der Autoren und der Entstehungsgeschichte der Werke bei.
Der eine oder die andere im Publikum sprach leise mit, gehörte doch einiges im Repertoire zum klassischen Kanon von Goethe und Schiller und weckte damit bei vielen Zuhörenden Erinnerungen an den Deutschunterricht. Aber auch weniger bekannte Werke von Clemens Brentano, Heinrich Heine, Theodor Fontane und Erich Kästner waren zu entdecken – und hautnah zu erfahren.
Seine schauspielerischen und theatralischen Mittel setzt Ruland so packend ein, dass ihm die volle Aufmerksamkeit seines Publikums gewiss ist und die auftretenden Charaktere lebendig werden – sei es nun Goethes übermütiger Zauberlehrling oder Schillers rachsüchtiger Tyrann.

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Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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8. November 2019

Umgangsformen – brauchen wir die überhaupt noch?

Diese Frage beantwortete unser Gast, Ex-Diplomat und Buchautor Wolfgang Schultheiß mit einem eindeutigen Ja. Die Gäste folgten seinen teils nachdenklichen, teils amüsanten Ausführungen mit großem Interesse – und kauften hinterher gern sein Buch, das gut als Nachschlagewerk für alle Lebenslagen zu gebrauchen ist. Die Gäste der Villa Weingärtner kennen sich zwar in Fragen der Etikette recht gut aus, doch sehen viele bei ihren Enkeln noch Nachholbedarf und legen sich den Band als passendes Präsent für Weihnachten, die Abifeier oder den ersten Job beiseite.
Denn spätestens beim ersten Bewerbungsgespräch wird die Frage akut: Was ziehe ich an, wie trete ich auf, um einen möglichst günstigen Eindruck zu hinterlassen? Aber auch das normale Zusammenleben wird durch Umgangsformen angenehmer, glaubt Schultheiß, der als Diplomat 36 Berufsjahre lang täglich mit Fragen von Protokoll und Etikette zu tun hatte.
Sein Buch zum Thema kam im Frühjahr heraus, und die Resonanz, die es fand, überraschte ihn selber. Häufig werde bezweifelt, dass sich heute noch jemand für das Thema Etikette interessiere. Das Wort stammt übrigens vom Hofe des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV., wo das Zeremoniell auf einem an der Kleidung befestigten Zettel, einem Etikett, genau beschrieben war. „Und dann reden genau diese Zweifler den ganzen Abend mit mir über nichts anderes“.
Auf knapp 300 Seiten findet der Leser Antworten auf praktische, abwegige und auch kuriose Fragen. Krawatte im Büro? „Folgen Sie dem, was an Ihrem Arbeitsplatz üblich ist“, lautet der pragmatische Rat. „Und wenn Sie schon eine Krawatte tragen, lassen Sie den Knoten nicht auf Halbmast hängen. Die Spitze liegt in der Mitte der Gürtelschnalle.“ Auch andere Fragen der Kleiderordnung (langes Abendkleid oder kleines Schwarzes?) werden ausführlich behandelt.
Mit welchen Kleidungsstücken Verdienstorden zu kombinieren sind, interessierte einige Gäste der Villa Weingärtner ganz außerordentlich. Für die Herren gilt: Nur zum Frack und eigentlich auch nur dann, wenn es in der Einladung erwähnt wurde. „Als einziger in voller Ordenspracht aufzutreten, ist noch peinlicher, als inmitten ordensgeschmückter Gäste ohne Orden dazustehen“, rät Schultheiß, der Pragmatismus mehr schätzt als die reine Lehre. Damit dürfte sein Buch sogar für Panikrocker Udo Lindenberg lesenswert sein, der ja Anfang Oktober das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam.
Wer sich für die Geschichte der Umgangsformen interessiert (der Herr geht links von der Dame, weil er dann den Degen ziehen kann, ohne sich in ihren Röcken zu verfangen) wird bei Schultheiß ebenso fündig wie jemand, der ein Bewerbungsschreiben auf Englisch verfassen muss und mit der korrekten Anrede ringt. Ein Anhang mit Formulierungsvorschlägen und einem Benimmtest, sowie ein ausführliches Register machen das Buch zusätzlich zu einem nützlichen Nachschlagewerk.

Auch in der Veranstaltungspause ging den Gästen der Gesprächsstoff nicht aus. Gerade auf europäischem Parkett, wo Gastgeberin Daniela Weingärtner als Journalistin zwei Jahrzehnte lang unterwegs war, sind Etikettefragen oft heikel. Während zum Beispiel unter Brüsselern ein einziger Wangenkuss üblich ist, legen Pariser Wert auf deren zwei. Deutsche hingegen ziehen je nach Bekanntheitsgrad ein Kopfnicken oder eine Umarmung vor.

Umgangsformen: Protokoll und Etikette. Privat und im Beruf.
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Lesung Wolfgang Schultheiß
Umgangsformen: Protokoll und Etikette.
Bewirtung im Anschluss
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vorweihnachtliche Stimmung
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Angeregte Gespräche
Guten Appetit!
17. August 2019

Johannes, Clara und die anderen Frauen – Lesung mit Musik in der Villa Weingärtner ausverkauft

Drei berühmte Musiker, deren Beziehungsdreieck bis heute Rätsel aufgibt: In der Villa Weingärtner in Unkel stellte Reinhard Piechocki sein neues Buch vor, das die Lebensfreundschaft zwischen Clara Schumann, Johannes Brahms und Robert Schumann aus neuem Blickwinkel beleuchtet. Die Drei sind hier in der Gegend keine Unbekannten. Auf der anderen Rheinseite im Festsaal des Bahnhofs Rolandseck feierte das Ehepaar Schumann musikalische Triumphe. Und Johannes Brahms besuchte im Mai 1896, von Claras Beerdigung kommend, Schloss Hagerhof in Bad Honnef. Noch heute erinnert das jährliche Brahms-Fest an dieses Ereignis.

Wie hat sich die innige, aber auch spannungsreiche Verbindung der drei in ihren musikalischen Werken niedergeschlagen? Wie hat Clara Schumann darauf reagiert, dass ihr engster Vertrauter Johannes Brahms sich im Lauf seines Lebens immer wieder für andere junge Musikerinnen begeistern konnte, zuletzt sogar für Claras eigene Tochter? Kenntnisreich, mit zahlreichen Anekdoten und humorvollen Episoden gewürzt, gab der Autor Antwort auf diese Fragen und Einblicke in sein neues Buch.

Mehr als 120 Jahre nach dem Tod der drei Musiker fasziniert ihr Schicksal die Nachwelt noch immer. Der Vortragsraum der Villa Weingärtner in Unkel-Scheuren war am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Das Ende des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtete Gebäude bildete auch für das musikalische Begleitprogramm den perfekten Rahmen. Joanne Walter (Oboe) und Marc Unkel (Klavier) demonstrierten eindrucksvoll, welche musikalischen Früchte die Lebensfreundschaft von Clara, Robert und Johannes getragen hat. In der Pause gab es, wie immer bei den Veranstaltungen in der Villa Weingärtner, bei kleinen Spezereien und Wein Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor und den Musikern.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
Swing Tea Dance Unkel
Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
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4. August 2019

Swing-Tea-Dance mit Kaffee und Keksen

Dank Sonnensegel sind wir nun für alle Wetterlagen gerüstet. So langsam spricht es sich herum, dass man in Unkel an jedem ersten Sonntag im Monat bei Vogelgezwitscher, Eistee und Kaffee Gleichgesinnte treffen, Shag, Lindy Hop und andere Tänze der flotten Zwanziger ausprobieren und Neuigkeiten aus der Szene austauschen kann.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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Swing Tea Dance Unkel
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Swing Tea Dance Unkel
30. Juni 2019

Swing-Dance-Kurs, Lindy Hop

Wenn das so weitergeht … dann brauchen wir bald ein Sonnen/Regensegel, um unsere Tanzkapazitäten im Freien zu erweitern! Acht Paare machten sich am 30. Juni zum zweiten Swing Tea-Dance auf den Weg nach Unkel – einige besonders Sportliche kamen sogar per E-Bike aus Düren angeradelt! Zugegeben: Bei den glühenden Temperaturen wurde viel Zeit im Schatten beim Eistee verbracht, aber die eine oder andere kesse Sohle landete dann doch auf unserem Parkett.

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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25. Mai 2019

Schnupperkurs im Lindy Hop, dem Modetanz der 20er Jahre

Aller Anfang ist schwer ... Das gilt für die ersten Schritte beim Lindy Hop, aber auch, wenn es darum geht, eine neue Tanz-Location mit Leben zu füllen. Ein paar Mutige machten sich doch auf den Weg nach Unkel. Ihr Fazit: Wo sonst kann man zu Vogelgezwitscher unter blühenden Bäumen sein Können ausprobieren? Und wenn es mal regnet, gibt es drinnen sogar richtiges Parkett ...

Lindy Hop / Swing-Tanz
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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24. Mai 2019

Wilhelm Bleek und Karl Baedeker zu Gast in der Villa Weingärtner.

Der Autor und sein Publikum fanden großen Gefallen aneinander. Vor vollem Haus stellte Wilhelm Bleek sein neues Buch vor: „Vormärz. Deutschlands Aufbruch in die Moderne 1815 -1848.“ Im Zentrum der Lesung stand das Kapitel über Karl Baedecker, den Koblenzer Verleger und Autor zahlreicher Reiseführer. Ein Baedecker-Kenner hatte sich eingefunden und lieferte impromptu ein unterhaltsames Co-Referat zum Thema. Anschließend gab‘s beim neuen Weißburgunder aus dem Weingut Krupp in Bruchhausen Gelegenheit, die Materie zu vertiefen – wozu auch die Mitglieder des Unkeler Geschichtsvereins einiges beizutragen hatten. Immerhin hatte Unkel einst den leidenschaftlichen Forscher und Reisenden Alexander von Humboldt zu Gast – über dessen Untersuchung der „Unkelsteine“ legt ein Heft des „Geschichtsboten“ Zeugnis ab.

Wilhelm Bleek
Wilhelm Bleek / Karl Baedeker
Wilhelm Bleek
Wilhelm Bleek / Karl Baedeker
Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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Nach der Lesung von Wilhelm Bleek über Karl Baedeker
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4. und 5. Mai 2019

Wir beteiligten uns am Tag des Offenen Ateliers in Unkel und beherbergten den Künstler Hilmar Alexander Röner aus Rheinbreitbach in unserem Veranstaltungssaal.

Kein Wetter für „Rhein in Flammen“, aber gut geeignet für eine Ateliervisite! Zwar wurden die Rekordbesucherzahlen vom Vorjahr beim 5. Wochenende der „Offenen Ateliers“ in Unkel und Scheuren nicht erreicht, aber die meisten Künstler waren doch recht zufrieden mit dem Interesse an ihrer Arbeit. Hilmar Alexander Röner saß in der „Villa Weingärtner“ im Warmen und erläuterte den Kunstinteressierten seine ausgefeilten Produktionstechniken. „Es ist immer gut, auch in der eigenen Region Präsenz zu zeigen“, so der im Nachbarort Rheinbreitbach beheimatete Künstler. Dort finden auch zwei Mal wöchentlich seine Malkurse statt (Infos unter http://www.hilmar-alexander-roener.de/)
Einige Besucher brachten in die Ausstellungsräume ihre ganz eigenen Erinnerungen mit. Röners Mutter zum Beispiel, die als junges Mädchen nach dem Krieg in diesem Haus die Milch ausgeliefert hat.

Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
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Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner
Kunst Hilmar Alexander Röner
Ausstellung Hilmar Röner

Im kleinen Seminarraum lud die Atemtherapeutin Almut Behrens zur „Atempause“ ein.

Am 4. Mai von 15.00 bis 15.30, sowie am 5. Mai von 15.00 bis 15.30 und von 17.00 bis 17.30 zeigte sie interessierten Teilnehmern, wie man in der kleinen Pause zwischendurch ohne großen Aufwand körperlich und seelisch entspannen und Energie tanken kann.